Kostenloser Standardversand ab 30€ (AT)/50€ (DE)
Versand innerhalb von 48h
Top Qualität aus Österreich
Bequem einkaufen - 24/7
Hotline +43 720 30 40 90

Hufrehe Pferd - wie vorbeugen?

Hufrehe - was ist das?

Unter Hufrehe versteht man eine Entzündung der Huflederhaut. Die Huflederhaut verbindet das Hufbein mit der Hornkapsel. Bei einer akuten Rehe schwillt die Lederhaut an, kann sich aber aufgrund der Hornkapsel nicht ausbreiten - dies verursacht dem Pferd höllische Schmerzen. Bleibt dieser Zustand unentdeckt, lockert sich die Verbindung zur Hornkapsel und das Hufbein rotiert - es senkt sich nach unten ab. Im schlimmsten Fall kann es durch die Sohle durchbrechen und sogar zum Ausschuhen kommen, dh die Hornkapsel wird abgestoßen. Von einer chronischen Hufrehe spricht man, wenn die Rehe bereits seit 48 Stunden oder länger andauert und/oder das Hufbeins bereits sich bereits abgesenkt hat. Im Vorfeld eines aktuten Schubes spielen sich oft bereits leichte Entzündungen der Huflederhaut ab, die leider häufig unentdeckt bleiben. Diese Symptome sind nicht so leicht erkennbar. 


Wie kann ich eine Hufrehe erkennen?
Wichtig ist, dass der Pferdebesitzer auch als Laie aufmerksam sein Pferd beobachtet und verdächtige Anzeichen dieser gefährlichen Erkrankung erkennen kann. Je früher der Tierarzt gerufen wird, um so besser!

Frühstadium: Das Pferd geht unwilliger vorwärts oder klemmig, typisch ist eine beidseitige Lahmheit der Vorderbeine, es ist fühliger als sonst auf hartem Boden oder in Wendungen. Die Hufe sind wärmer als normal und eventuell kann man eine Pulsation an der Arterie fühlen.
Akuter Schub: Starke Lahmheit, das Pferd will sich nicht mehr bewegen, die betroffenen Hufe sind heiß (gerne die beiden vorderen), die Arterie pulsiert stark und versucht über die Typische Sägebockstellung die scherzenden Hufe zu entlasten, das Pferd belastet die Trachten 
Chronische Rehe: manche Pferde zeigen gar keine Symptome, andere fressen nicht und sind stark lahm. Die Hufe sind meist kalt in diesem Zustand. Eine verbreiterte weiße Linie, Reheringe in der Hufwand und/oder eine gewölbte Wand sind weitere Anzeichen. 

Was sind die Auslöser von Hufrehe?

  • 90% der Fälle sind hormonell ausgelöst (Equines Metabolisches Syndrom (2/3) und 1/3 davon PPID/Cushing) => Endokrine Laminitis (erhöhter Insulinspiegel im Blut)
  • Durch Entzündung (zB zu viel Getreide in einer Portion - >4kg Getreide bei 500kg) oder Sepsis (schwere bakterielle Infektion Gebärmutterenzündung zB)
  • Mechanische Überlastung
Die endokrine Laminitis zeigt sich in der anormen Verstoffwechselung von Kohlehydraten aus dem Futter. Dabei ist vor allem der erhöhte Insulinspiegel im Blut verantwortlich. Sowohl bei EMS als auch bei PPID kommt es zu einer erhöhten Insulin Ausschüttung in Reaktion auf Zuckerverbindungen in Heu und Gras (als Hauptzuckerquellen) und ebenso auf Stärke (aus Getreide).

EMS und PPID/Cushing was ist das?

EMS oder Equines Metabolisches Syndrom ist vergleichbar mit Diabetes Mellitus beim Menschen. Pferde mit EMS haben oft Probleme mit Übergewicht, bei der Regulierung von Insulinkonzentration und in Folge oft Hufrehe. 

Es wird vermutet, dass gewisse Rassen, wie etwa Shetties, etc. oder auch Esel, eine genetische Vorbelastung, ein sogenanntes 'thrifty' Gen haben, welches sie in die Lage versetzt leicht zuzunehmen.

"Pitulitary Pars Intermedia Dysfunction" kurz PPID ist  auch bekannt  unter dem Begriff 'Cushing'. Die Krankheit PPID selber bezeichnet eine Hormonstörung durch eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse bei dem vor allem älteren Pferden (>15 Jahre) betroffen sind. PPID wirkt sich auf die Steuerung des Insulin-, & Cortisonspiegel aus. Diese Pferde sind nicht automatisch Rehe gefährdet, nur wenn der Insulinwert auch erhöht ist. (sollte man immer mittesten)

Was sind Risiko Faktoren für Hufrehe?
  • Pferde mit EMS & PPID
  • Übergewicht: Fett ist  nicht einfach nur eine Polsterschicht...Fett kann viele Hormone produzieren und biochemische Prozesse anstoßen -> der Körper ist in einem Zustand chronischer Entzündung! 
Wie kannst du Hufrehe am besten vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme ist, zu erkennen, ob dein Pferd in die Risikogruppe fällt. Dazu ist die Gewichtsüberwachung bei tendenziell gut im Futter stehenden Pferden die wichtigste Maßnahme. Generell solltest bei solchen Pferden auch genau den Zuckergehalt (Heu! Gras!) im Futter unter Kontrolle haben. Es gibt neben der Waage auch Beurteilungssysteme, wie der Henneke Body Score oder der Cresty Neck Score die du dir zur Hilfe nehmen kannst.

  • EMS: Cresty Neck Score ab 3 und Body Conditioning Score über 5/6 ; Diagnostische Tests:  Resting Blood Insulin testen ohne Fasten! (nach dem essen von Heu oder Gras!!), Glukose Test
  • PPID: ACTH Test, saisonaler Anstieg (Herbst), lockiges langes Haar, Probleme beim Umhaaren etc. 
  • Pferde mit Cushing & PPID sind in einem Zustand andauernder Entzündungsprozesse (Ernährung muss antioxidativ ausgerichtet sein, optimierte Futterverwertung über den Darm)
  • Stärke/Zucker im Futter reduzieren - betrifft vor allem das Heu (Zuckergehalt im Heu analysieren lassen) >10%
  • Pferde mit Cushing sind mitunter auch untergewichtig: hier richtige Ration zusammenstellen um Gewicht auszubalancieren (zB Ölsaaten Calapo Omega)
  • Ernährung: Ausgewogene Ration mit guter Mineralisierung, Darmpflege und stoffwechselanregenden sekundären Pflanzenstoffen (Calapo Winterzauber & Robust Ferment) sowie sehr wichtig Antioxidantien & Omega 3
  • Heu einweichen am besten in warmem Wasser (12-18 Stunden optimal, Achtung bei heißen Außentemperaturen, eventuell kürzer)
  • Alle Maßnahmen, die die Fresszeit verlängert und dabei die Aufnahme reduziert (zB. Slow Feedersystem wie Netze) - keine Hungerzeiten!!! (Pferd muss 16 Stunden fressen dürfen)
  • Bewegung erhöhen: ABER Stoffwechselrelevant zum Fettabbau ist langsame und lange Bewegung (Cardiotraining!) - Pferd in freier Wildbahn GEHT 60km am Tag (nicht in einer Reheepisode!) Später kann das Training anspruchsvoller gestaltet werden -> positiver Effekt auf Insulinresistenz
  • 1/3 der Heuration kann mit Stroh ersetzt werden
  • Winter: Gewichtsreduktion im Winter oft besser möglich und entspricht dem natürlichen Rhythmus. Gewichtsreduktion OHNE HUNGERN!
  • Ergänzend Strauchschnitte und Baumschnitte von geeigneten Gehölzen (zB Obstbäume, Haselnuss, Birke etc.)
  • Achtung Weide!! Hufrehe treten vor allem im Frühling und Herbst auf - erhöhtes Risiko auch durch Fruktan Risikokandidaten: Kein Gras, individuell möglich mit Fressbremse
  • Regelmäßiger Besuch durch den guten Hufschmied oder Hufpfleger 
  • Bitte deinen Hufschmied oder Tierarzt dir zu zeigen, wo du bei deinem Pferd die Pulsation kontrollieren kannst als Präventionsinstrument