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Pferd entgiften

Pferd entgiften – was bedeutet das?

Entgiftung ist groß in Mode – für Mensch und Pferd. Man hört es die Stallgassen rauf und runter – Pferd entgiften, Leberkur usw – aber  was steckt denn wirklich dahinter? Ganz einfach: Der Körper will Stoffe, die er nicht benötigt ausscheiden. Dazu hat der Organismus des Pferdes einen sehr effektiven Entgiftungsstoffwechsel mit den Hauptorganen Darm, Leber, Niere sowie dem lymphatischen System aufgebaut unterstützt von Haut und Lunge. Ausgeschieden werden müssen alle Stoffe, die der Körper nicht (mehr) benötigt – dazu gehören:

  • Abbauprodukte und auch Überschuss aus der Nahrung wie zB (Proteine, Spurenelemente, Vitamine Salze etc.)
  • belastende Stoffe und Toxine, die über das Futter und die Umwelt aufgenommen werden zB aus Spritzmitteln, Flugwind, Medikamenten, Aromastoffe, Schimmelpilze, Noxe,
  • Chemikalien z.B. aus Pflegeprodukten, Insektenschutzmittel, Textilien, Waschmitteln

Die Idee des ‘Entgiftens’ kommt aus der menschlichen Ernährung, wo Diäten und Fastenkuren dazu genutzt werden, den Körper zu ‘reinigen’ und aufzubauen. Im wesentlichen wird dabei das Prinzip umgesetzt, ungesunde und zu nahrhafte Koste für einen bestimmten Zeitraum zu verzichten und bewusst verdauungsfördernde, vitaminreiche Kost zu sich zu nehmen oder gar ganz auf Nahrung zu verzichten.

Das Pferd kann nicht fasten wie der Mensch

Beim Fasten geht es für Menschen vor allem darum, dem Darm und dem Organismus die Möglichkeit zu geben, sich durch Nahrungseinschränkung zu erholen, die Speicher zu leeren. Auch der Darmaufbau im Anschluss spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Das Pferd aber kann nicht fasten, da es die Natur mit einem Verdauungsapparat ausgestattet hat, welcher auf die Dauerversorgung mit Rohfaser spezialisiert ist, um gesund zu bleiben, (Raufutterpausen von 4h und mehr schädigen bereits den Verdauungsapparat des Pferdes). Was machen wir nun also, wenn wir das Pferd beim Entgiften unterstützen wollen? Was tun wir, um den Darm und die Entgiftungsorgane wie Leber und Niere beim Pferd in Schwung zu bringen? Schauen wir uns zuerst die Hauptaufgaben dieser beiden Organe an.

Pferd entgiften – die Entgiftungsorgane des Pferdes

Der Darm ist das Hauptausscheidungs- und Stoffwechselorgan des Pferdes. Alles was das Pferd aufnimmt von der Grundnahrung über Zusatzfuttermittel, Medikamente und Co nimmt seinen Weg durch den Verdauungstrakt.  Je nach Zusammensetzung werden die Nahrungsbestandteile in unterschiedlichen Darmabschnitten aufbereitet (zB schnelllösliche Kohlehydrate und Fette im Dünndarm, Strukturfasern im Dickdarm), die Gesundheit der Darmschleimhaut und Darmflora sind entscheidend wie gut Nahrung verwertet wird, je weniger belastende Stoffe (Vitalstoffüberschuss, Noxen, Toxine etc) um so sauberer läuft der Stoffwechsel und umso weniger ‘Arbeit’ haben Leber und Niere beim Pferd mit den bereits aufgeschlossenen Nahrungsbausteinen. Somit ist klar, wer bereits darauf achtet, dass das ‘Input’, also die Zusammensetzung und Qualität der verwendeten Futtermittel aus möglichst nur sinnvollen, die Darmgesundheit fördernden Bestandteilen besteht, hat dem Körper schon im Vorfeld das Entgiften leichter gemacht  – es bleibt immer noch genug zu tun. Ein gesunder Darm ist also die Grundlage für einen ordentlichen Entgiftungs-  und Ausscheidungsprozess.

Die Leber ist zugleich ein Organ und eine Drüse und kann sich gut regenerieren. Alles Blut, das aus dem Verdauungstrakt rausgeht (angereichert mit Nährstoffen aus der Nahrung), wird durch die Leber geschleust, bevor es im Körper verteilt wird. Jeder Happen, den dein Pferd zu sich nimmt ist besteht aus einer Unzahl an chemischen Verbindungen – sie alle müssen durch die Leber und manche auch über die Nieren verarbeitet werden! Die Leber spielt außerdem eine Rolle in der Blutgerinnung, im Stoffwechsel – (Speicher von Glycogen/Glucose) sowie im Protein- und Fettstoffwechsel. Erkrankungen der Leber sind selten, erst wenn 75% des Gewebes beschädigt ist, zeigen sich deutliche Anzeichen, sie werden häufig verursacht durch Toxine zB aus Giftpflanzen oder Schimmelpilzen, durch Chlostridien oder auch Parasiten.

Die Niere übernimmt den Hauptteil der Entgiftung, stündlich wird 2 x das gesamte Blut deines Pferdes (das sind immerhin ca. 37 Liter beim Großpferd), durch das Gefäßsystem gepresst. Dabei werden Schadstoffe ausgeschieden, was zu groß ist wird an Leber und Darm umgeleitet. Die Abfallprodukte daraus sind wichtig zur Regulation des Elektrolyte und Salzhaushaltes des Pferdes. Die Niere produziert aber auch Hormone, kümmert sich um die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes und übernimmt auch eine Rolle bei der Produktion der roten Blutkörperchen sowie in der Regulation des Blutdrucks & PH Wert des Blutes.

  • Wasser wird resorbiert und ‚Abfall/Überschuss‘ (zB Kreatinin, Urea, Salze Wasser etc) über den Urin ausgeschieden
  • Was für die Niere zu groß ist, wird an die Leber oder die Darmschleimhaut umgeleitet und dort ausgeschieden
  • Nierenversagen sind selten, zeigen sich oft erst im fortgeschrittenen Stadium

Das Lymphsystem ist die Müllabfuhr des Körpers und ein wichtiger Teil des Immunsystems. Das Pferd hat 8000 Lymphknoten – der Mensch etwa nur 400 bis 600! Das Lymphsystem des Pferdes ist wenig ist wenig erforscht:

  • Transportiert Lymphflüssigkeit im Körper
  • Reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper
  • Flüssigkeit transportiert Eiweiß, Abfallstoffe, Bakterien, Abwehrzellen etc.
  • Reinigt die Lymphknoten
  • Wichtig ist Bewegung: hat keine Pumpe, zirkuliert nur durch Bewegung!

Durch Fütterungsmaßnahmen können wir diese Prozesse im Körper unterstützen und das Pferd beim Entgiften unterstützen.

Das Pferd entgiften – welche Fütterungsmaßnahmen kann ich setzen?

Wie schon eingangs erwähnt ist die wichtigste und beste Maßnahme zu verhindern, dass belastende Stoffe über das Futter oder die Haut (nach Möglichkeit) aufgenommen werden. Somit ist die beste und wichtigste Maßnahme alles genau im Blick zu haben, was dein Pferd frisst und dabei Darm, Leber und Niere beim Pferd unterstützen:

Pferd entgiften – Vorbeugen ist sinnvoll:

  • Keine Kompromisse bei der Heuqualität eingehen
  • Zusatzfuttermittel auch in Hinblick auf Trägerstoffe, Konservierungsmittel und Geschmackstoffe analysieren
  • Die Futterration an den Bedarf des Pferdes anpassen – auch ein Überschuss an vielen wichtigen Vitalstoffen wie Proteine, Vitamine und Spurenelemente muss vom Körper abgebaut werden (viel hilft nicht viel!), bei manchen ist dies sogar schwer möglich (zB Eisen)
  • Individuelle Futterrationen zusammenstellen, kein Gießkannenprinzip!
  • Blutbild, Hornqualität und Fell- und Hautbild helfen den ‘Ist -Zustand’ besser einzuschätzen
  • Vorsicht bei Gras: richtiges An- und Abweiden sowie Weidemanagement verhindern viele Probleme, (Stichwort Endophyten und Fruktane)
  • Ausreichend Wasser und gute Wasserqualität
  • Achtung bei den Inhaltstoffen von Pflegeprodukten und Insektenschutz
  • Ausreichend Bewegung & Stress vermeiden

Pferd entgiften – den Darm pflegen:

  • Eine pferdegerechte Heufütterung ohne lange Fresspausen, idealerweise mit Stroh und Knabbergehölz kombiniert
  • Qualitativ hochwertiges Mineralfuttermittel (hier bitte auch die restliche Fütterung berücksichtigen, zB Calapo Aufbau Mineral, Basis Mineral oder Robust Mineral) mit gut bioverfügbaren Komponenten, ohne belastende Füllstoffe
  • Fermentierte Produkte wie Calapo Darmfit, Robust Ferment und Co die auch reich an bitterstoffreichen Pflanzen sind
  • Bitterstoffe aus Kräutern und Pflanzenteilen wie Gehölzen und Wurzeln
  • Ballaststoffreiche Kost (Calapo Quality Mash, Calapo Omega Glanz & Gloria)
  • Pferde die verstärklt unter Stress stehen dauerhaft mit Probiotika versorgen

Pferd entgiften – Leber & Niere, Lymphsystem unterstützen

  • Grundversorgung mit Salz/Elektrolyten und Elektrolytemischung für Pferde im Sport zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts/Unterstützung der Nierenfunktion
  • Ergänzungsfutter reich an Antioxidantien (Vitamin C und E wie zB Calapo Antioxi Schutzengerl) und sekundären Pflanzenstoffen,  kombinierte Formuliereungen sind besser als Einzelkräuter (Mariendistel zB) Robust Ferment & Calapo Winterzauber Ferment und Sommerfit Ferment sind hier geeignet
  • Überschuss an Protein vermeiden und trotzdem ausreichend Aminosäuren zur Verfügung stellen zB Calapo Amino 3 Helden ergänzend bei kraftfutterarmer Grundration
  • Folsäure, B-Vitamine und fettlösliche Vitamine (K,E,D und A) müssen ausreichend zur Verfügung gestellt werden, aber nicht übersupplementieren! (insbesondere beachten, wenn die Pferde  auf Gras kommen)
  • Zeolith, Algen, Tee- und Kräutermischungen Mariendistel, Artischocke und Co – können anlassbezogen die Stoffwechselprozesse unterstützen, in jedem Fall ist die individuelle Abstimmung mit Therapeuten/Tierarzt empfehlenswert
  • Ausreichend Bewegung ist wichtig für den Lymphfluss, so wirkst du auch angelaufenen Beinen entgegen

Pferd entgiften: aufpassen mit ‘Entgiftungskuren’ in Eigenregie

Futterrationen von Pferden  mit hohem Übergewicht oder erhöhten Stoffwechsel/Leberwerten sollten immer nur in Begleitung eines Tierarztes oder befugten Therapeuten individuell erstellt werden. Sogenannte Entgiftungskuren in Eigenregie können hier auch unerwünschte bis besorgniserregende Ergebnisse bringen. Lass dir auch Blutbilder immer genau von deinem Tierarzt erklären, scheue dich nicht, nachzufragen! Treten Probleme auf, ist immer zuerst Ursachenforschung gefragt. Neben dem Heu ist häufig auch das Trinkwasser der Pferde Auslöser für Probleme. Die Ration für Pferde, die Medikamente bekommen oder sich aus Krankheit erholen sollten ebenso immer unter Aufsicht deines Tierarztes erstellt werden.

Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne bei uns unter beratung@calapo.com, telefonisch unter 072030409010.

 

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