Fütterung & Haltung von Zuchtstuten

Die Zuchtsaison 2019 hat bereits begonnen, immer wieder werden wir gefragt, wie die optimale Versorgung von Zuchtstuten – unserer Meinung nach - aussieht. Da wir seit vielen Jahren mit der Haltung und Aufzucht von Stuten, Fohlen und Jungpferden beschäftigt sind, haben wir uns hierzu ein paar Gedanken gemacht.

Der Zuchterfolg hängt selbstverständlich von der optimalen Vorbereitung der Stute auf die nächste Besamung und Trächtigkeit ab. Eine alte Züchterregel besagt, dass die Stute bereits in (optimaler körperlicher) Zucht-Kondition in zur Belegung/Besamung gehen soll. Nur eine körperlich fitte Stute, wird einen guten Zyklus aufweisen und  in der Lage sein, ihre Energie optimal in der Trächtigkeit umzusetzen. Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:

 

Fütterung

Absolutes Muss ist die ausreichende Versorgung mit gutem Rauhfutter (Heu), am besten 24 Stunden am Tag, mit freiem Zugang, auch im Sommer, wenn die Weiden knapp werden. Die Versorgung mit Kraftfutter wird an Rasse und Verbrauch angepasst. Eine Stute, die kein Fohlen bei Fuß hat, hat ab dem 6. Trächtigkeitsmonat einen erhöhten Nähr- und Vitalstoffbedarf, ab dem letzten Drittel der Trächtigkeit steigert sich dieser nochmals, da hier das Fohlen am meisten an Gewicht zulegt.

 

Hochwertige Nährstoffe 

Die Futterzusammensetzung soll so natürlich wie möglich sein, idealerweise keine Fertigfuttermischungen sondern eine angepasste Ration, frei von chemischen Zusätzen und Zucker, in guter Qualität und mit hochwertiger Mineralisierung ergänzt. Eine sortenreiche Weide bietet die beste Futtergrundlage, doch steht diese nicht jedem Pferdehalter (ausreichend)zur Verfügung. Somit ist  die Zusammensetzung und Qualität des Heus zu beachten. Leichtverdaulicher Hafer und auch Quetschgerste sind hochwertige und nährstoffreiche Krippenfuttermittel für Zuchtstuten. Wer im Winter bemerkt, dass seine Stuten trotz ausreichender Heufütterung und Ergänzung mit Hafer/Gerste ihr Gewicht nicht halten, kann mit entmelassierten Rübenschnitzel die Raufutterration aufwerten. Rübenfasern sind rein dickdarmverdauliche Rohfaser und stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, da sie den Stoffwechsel nicht mit Stärke belasten.

Eine Zuchtstute im letzten Trächtigkeitsdrittel und in den ersten drei Monaten der Laktationszeit hat einen erhöhten Eiweißbedarf.  In der Literatur sind Mengen von bis zu 1kg Protein am Tag angegeben. Generell ist aber die Qualität der Aminosäuren wichtiger als die Quantität.  Ein Ergänzungsfutter mit hohem Lysin und Methioningehalt (Calapo Zuchtmineral Plus) und Saaten wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne oder Hanfnüsse nehmen dabei einen sinnvollen Stellenwert als Aminosäurenquellen ein. Sorgt man gleichzeitig für eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen, kann an der Eiweißmenge gespart werden, was wiederum den Entgiftungsstoffwechsel der Stute entlastet.

 

Prinzipiell spielen Beta-Carotin (Grünfutter) und Zink eine wichtige Rolle bei der Ausbildung der Fruchtbarkeitshormone, sowie Vitamin E, D und essentielle Fettsäuren. Besonders zu achten ist auf eine ausreichende Calciumversorgung sowie auch das veränderte Zink-Kupferverhältnis für trächtige Stuten besonders bedeutsam ist. Kupfer spielt bei der Ausbildung des Skeletts des Fohlens eine große Rolle und der Fötus legt bereits seinen Kupferspeicher für die Zukunft im Mutterleib an.

 

Im Detail sollte aber nicht blind eine Mineralstoffmischung zugefüttert werden, ohne eine Grundanalyse des Grundfutters erstellt zu haben, da auch hier ein zu viel schädlich sein kann. Daher wird das das Futter immer nach Beurteilung der Gesamtfutterration ergänzt.

In den Zeiten, in der nicht die Weide, Kräuter und Gehölze zur Verfügung stehen, können diese über Kräutermischungen oder flüssige Extrakte wie Calapo Fermente (Darmfit Horse) und auch Zweige ergänzt werden.

 

Prinzipiell ist auf einen gut funktionierenden Stoffwechsel zu achten, der sich im Gesamtbild des Pferdes, Kot und Futterverwertung widerspiegelt. Bei Unklarheiten oder Unsicherheiten ist es sehr sinnvoll ein Blutbild durch den Tierarzt erstellen und eine Fütterungsberatung vornehmen zu lassen. Eine Stute mit einem guten Immunsystem und intakter Verdauung ist resistenter gegen Keime und Parasiten, denn gerade während der Trächtigkeit gilt es zu bedenken, dass der Einsatz von Medikamenten sehr beschränkt ist – so ist es besser, wenn sie gar nicht benötigt werden müssen.

 

Es ist dafür zu sorgen, dass genügend Fressplätze vorhanden sind und auch die Zufütterung so gestaltet wird, dass alle ihre Ration bekommen. Wir benutzen dazu gerne Futterkübel, die wie Hafersäcke umgehängt werden, da so jede Stute das auf sie abgestimmte Futter bekommen kann.

 

Wasser 

Oft wird das Wasser vergessen. Der Zugang zu gutem, frischen Wasser ist sehr wichtig, so hat die trächtige Stute oder jene in der Laktation einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Die Qualität des Wassers sollte (wenn es nicht aus der Ortsleitung kommt) regelmäßig geprüft werden, da sich in Brunnengewässern häufig Keime oder Rückstände aus Düngemitteln etc. befinden können. Auch für die Zusammenstellung des Futters ist eine Wasseranalyse oft aufschlussreich. Auch sollten, falls Gefäße zum tränken benutzt werden, möglichst lebensmittel echte Behältnisse zum Einsatz kommen, die auch regelmäßig gereinigt werden.

 

 

 

 

 

Gemütszustand 

Eine Zuchtstute soll seelisch ausgeglichen sein, wenn Sie in die Trächtigkeit hineingeht. D.h. aus der Hektik des ‚Arbeitsalltages (als Sport- oder Arbeitspferd) gelöst. Idealerweise ist sie bereits in eine Herde mit anderen Zuchtstuten integriert, im Offen-Laufstall oder zumindest ganztägigem Weidegang. Auch ist die Haltung abseits von großem Tumult (Reitstall etc.) von Vorteil, da Stuten und Fohlen in einer ruhigen, naturbelassenen Umgebung mit viel Platz zur freien Bewegung am besten gedeihen. Auch ist die Zusammensetzung der Herde zu bedenken, wenn diese nicht ideal ist, steht die Stute unter Stress.

 

Körperliche Fitness

Die  Stute muss bei guter körperlicher Kondition sein. Wenn sie die Möglichkeit hat, sich den ganzen Tag auf einem entsprechend großen Auslauf in der Gruppe zu bewegen, so ist dies ideal. Auch leichte Arbeit, die vor allem keine psychische Belastung darstellt ist von Vorteil, aber kein Muss, wenn dem Bewegungsdrang durch ganztägigen Auslauf Rechnung getragen wird. War die Stute vorher in intensiven Training, so ist darauf zu achten, dass sie auch sorgfältig abtrainiert wurde.

 

Haltung

In der natürlichen Form der Stuten Herde fühlen sich Stuten am wohlsten und sicher aufgehoben. Sie teilen sich auch Aufgaben in der Fohlenaufzucht, so wird vor allem die erfahrene Stute gerne ihren Nachwuchs den jüngeren oder ganz alten Tanten überlassen, die gerade kein Fohlen bei Fuß haben. Aus unsere Sicht ist es vor allem ein Offenlaufstall mit genügen Platz für Ruhebereiche, viel (natürliches) Licht und Zugang zu weitläufigen Auslaufmöglichkeiten, die idealerweise unterschiedliche Geländeformationen aufweisen. Und Stuten brauchen unbedingt viel (Sonnen)licht, damit ihre Hormone in Schwung kommen. Umwelt- und Klimareize trainieren den Körper und das Immunsystem der Pferdekinder in idealerweise. Unterschiedliche Böden (vor allem auch harte!) sorgen für gute Hufe, ein starkes Knochengerüst sowie Trittfestigkeit, Hänge und ausreichend gerade Flächen in Kombination entwickeln Motorik und Muskulatur.

 

Entwurmung

 

Es ist wichtig, dass die Stuten und Fohlen regelmäßig entwurmt werden. Für Stuten im fixen Herdenverband eignet sich auch das System der selektiven Entwurmung, da hier gezielt das Problem an den Hörnern gepackt wird. Bei Fohlen ist eine engmaschige Entwurmung lebenswichtig. Hier wird der Tierarzt eng einbezogen, Informationen zur selektiven Entwurmung gibt es hier: http://www.selektive-entwurmung.com/

 

 

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