Gesunde Hunde-Ernährung & Allergien: Interview mit Ernährungsberaterin Paulina Adamczyk

Worauf ist bei der Ernährung des Hundes zu achten – Unterschiede zum Menschen?

 

Der Hund hat einen  anderen Stoffwechsel und einen anderen Nährstoffbedarf. Dieser ist im Verhältnis viel höher als beim Menschen. Würde man in Relation den gleichen Nährstoffbedarf wie beim Menschen füttern, dann käme es beim Hund zu Mangelerscheinungen. Dennoch ist anzumerken, dass der Hund ein Kompensationsmeister ist. Der Hund kann sehr lange ungesund ernährt werden, dennoch erträgt er es. Nichts desto trotz bedeutet eine schlechte, nicht artgerechte Ernährung im Normalfall auch eine Verkürzung der Lebenszeit. Viele meiner Klienten sprechen bei einem Hund, der 10 Jahre wurde schon von alt. Ein Hund wird aber gut und gerne auch 15 Jahre, da hat man dem Hund eigentlich 5 Jahre seines Lebens „gestohlen“. Natürlich nicht immer, aber dennoch öfter als gedacht ist schlechte, nicht artgerechte Ernährung dafür verantwortlich. Wichtig bei der richtigen Ernährung ist, dass der Nährstoffbedarf gedeckt wird, diese aber auch abwechslungsreich und ausbalanciert ist.

 

Was hältst du von veganer Ernährung für den Hund?

 

Ein gesunder Hund soll definitiv nicht vegan ernährt werden. Dies ist ausschließlich für Hunde mit Vorerkrankungen oder Einschränkungen eine mögliche Option.

Was sind denn die häufigsten Ernährungsfehler?

 

Bei selbst zubereiteten Mahlzeiten wird immer wieder auf die wichtigen Zusätze vergessen. Viele Menschen glauben, dass ein Hund nur mit Muskelfleisch und z. B. Karotten bereits ausgewogen und gesund ernährt wird. Doch in diesem Beispiel fehlen die wichtigen und lebensnotwendigen Mineralstoffe, Vitamine und essentielle Fettsäuren.

 

Außerdem macht es einen großen Unterschied in welcher Phase des Lebens sich der Hund befindet. Ein Hund im Wachstum benötigt sehr viel mehr Nährstoffe. Wichtig ist, dass in den ersten 6 bis 12 Monaten die Ernährung passt. Sie ist danach zwar nicht unwichtig, aber in dieser Zeit bildet sich das Immunsystem des Hundes aus und gerade in diese Zeit kann viel falsch gemacht werden. Vor allem der Wechsel zwischen unterschiedlichen Fütterungsmethoden setzt Hunden zu. Darüber hinaus sind Impfungen am Plan, die ebenso die Darmflora stark beeinträchtigen. Vor allem in dieser Zeit greife ich als Unterstützung gerne zu Calapo Darmfit Produkten.

 

Generell sind Futterumstellungen – meistens von Trocken- oder Nassfutter aus selbst zubereitetes Futter für den Hund sehr anstrengend. Trockenfutter beispielsweise hat sehr viele Kohlehydrate, frisch zubereitetes Futter jedoch sehr viele Fette. Der Stoffwechsel muss sich also von kohlehydratelastig auf fettreich umstellen. Die Bakterienflora im Darm ändert sich sehr stark. Deshalb ist hier Calapo Darmfit oder Boost sehr gut geeignet, um diese Unterstützung zu begleiten und den Darm aufzubauen. Aus diesem Grund sollten Futterumstellungen nicht von einem Tag auf den anderen – z. B. von Trockenfutter auf roh – durchgeführt werden. Ein Zwischenstopp bei gekochtem Futter ist meist ein wichtiger Meilenstein. Frisch gekochtes Futter ist meiner Ansicht nach mindestens gleichwertig zu BARF, aber der Aufwand es herzustellen ist sehr groß. Dennoch ist es kostengünstiger als ein wirklich hochwertiges Nassfutter. In frisch gekochtem Futter sind ähnliche Komponenten wie beim BARFen enthalten, allerdings werden diese erwärmt und ein Nährstoffpräparat als Ergänzung der Nährstoffe, die beim Kochen verloren gehen, hinzugefügt.

Hast du viel mit Allergien im Bereich Hunde zu tun?

 

Grundsätzlich muss man zwischen Allergien und Unverträglichkeiten unterscheiden. Es wird zwar sofort eine Allergie vermutet, weil es (noch) keine nähere Begutachtung bzw. Tests dafür gibt, aber oftmals ist es eine Unverträglichkeit. Auf jeden Fall ist dies ein öfter auftretendes „Krankheitsbild“, was immer auch von einem Tierarzt abgeklärt werden sollte. Sehr oft ist es allerdings auf eine falsche Ernährung bzw. generell auf eine sich nicht im Gleichgewicht befindliche Darmflora zurück zu führen.  Alles, was durch die Haut geht, bedeutet gleichzeitig, dass im Körper etwas nicht richtig läuft. Sehr oft sind die damit verbundenen Auswirkungen wie „mein Hund stinkt“ oder Hautunreinheiten eben auf Darm zurückzuführen. Wichtig ist, dass die Hundehalter verstehen, dass alles, was dem Hund zugeführt wird auch verstoffwechselt werden muss. Sollte dies für den Hund nicht oder nicht gut verträglich sein, dann kann und wird eine Entgiftung auch über die Haut bzw. das Fell erfolgen.

 

Ist BARF schlichtweg „die“ Fütterungsmethode oder so etwas wie eine Religion?

 

Objektiv betrachtet ist BARF eine sehr gute Fütterungsmethode, aber BARF ist keine Religion und keine Fütterungsmethode für alle Hunde. Beispiel: ein Golden Retriever ist 10 Jahre alt und bisher immer mit Trockenfutter gefüttert worden. In diesem Alter auf BARF umstellen, das kann gut gehen, muss aber nicht. Ein schonender Übergang sollte zwar probiert werden, aber die Kost sollte speziell auf das Alter des Kunden und die Vorgeschichte angepasst werden.  Man wird möglicher Weise nicht beim BARFen sondern bei einer Art der Frischfutterzubereitung landen. Diese ist dann gesünder für diesen Hund.

 

 

 

 

BARFer schneiden das Gemüse so klein als möglich um die Nährstoffe daraus für ihre Hunde verwertbar zu machen. Sollte man noch etwas zusätzlich machen?

 

Der Grundgedanke von Gemüse beim BARFen ist es, eine unverdauliche Komponenten zu integrieren, damit etwas Unverdauliches im Dickdarm ankommt und dieser nicht träge wird. Der Hund erhält seine Nährstoffe beim BARFen von allen anderen Bestandteilen (wie Knochen, Pansen, Muskelfleisch, Innereien, Zusätze…). Damit der Dickdarm aber nicht träge wird, benötigt man unverdauliche Kohlehydrate. Gemüse im BARF wird nur als Rohfaserlieferant verwendet, pürieren oder mixen ist nicht notwendig. Anstelle des Gemüses kann man auch Calapo Darmfit und einen unlöslichen Ballaststoffanteil von z. B. Chiasamen oder andere Samen hinzugeben. Das Gemüse benötigt man dann beim BARFen nicht.

 

Vielen Dank für das Interview.

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