Anweiden aber richtig!

Der Schnee ist mittlerweile endlich geschmolzen und das junge Gras fängt schon zu sprießen an. Jeder der sein Pferd artgerecht hält, gönnt ihm täglichen Weidegang.

Für viele Pferdebesitzer stellen sich jetzt unter anderem die Fragen:

„Wie gewöhne ich mein Pferd schonend an das frische Gras?",

Wie vermeide ich Kotwasser, Durchfall, Kolik, Cushing, EMS oder gar Hufrehe?“

Im Winter haben viele Einstellbetriebe vermehrte Stallhaltung und somit wird es für die Pferdebesitzer noch schwieriger die Pferde langsam an das frische Weidegras zu gewöhnen. Meist sind die Koppeln bei Frühlingsmatschwetter ganz gesperrt, da die Pferde sonst die Grasnarben der Weiden zerstören.

Glücklich dürfen sich diejenigen schätzen, die die Pferdekoppeln ganzjährig benutzen dürfen, denn da weiden sich die Pferde selber schonend an.

Was aber wenn die Koppeln für mehrere Wochen gesperrt werden?

Wichtig ist, dass man sein Pferd langsam an das frische Gras gewöhnt  und sich Zeit lässt. Als Faustregel für den richtigen Anweide-Zeitpunkt bei Pferden gilt: „Bierflaschenhöhe“. Das heißt, wenn das Gras etwa 20 cm hoch gewachsen ist, sollte man die Pferde anweiden. Die Koppelsaison kann in der Regel Mitte April bis Anfang Mai eröffnet werden. Dieser Zeitpunkt kann sich – je nach Standort und Wetterlage – um einige Tage bis Wochen vor- oder zurückschieben.

Die Umstellung der rohfaserreichen Fütterung, ausschließlich Heu und Stroh im Winter, auf das frische junge Gras stellt die Verdauung ganz schön auf den Kopf.

Im frisch gewachsenen Gras sind viele wichtige Nährstoffe enthalten, vor allem aber Energie. 

Ein Pferd, das nur einmal pro Tag ein wenig geritten wird (1 bis 2 Stunden ausreiten), benötigt kaum Energie, sondern nur seinen Erhaltungsbedarf.

 

Als Vergleich: In karg bewachsenen Gegenden muss sich ein Pferd 16 bis 18 Stunden pro Tag kontinuierlich fortbewegen, um seinen Erhaltungsbedarf zu decken.

Auch rassebedingt birgt das Anweiden oft versteckte Gefahren.

Robuste Rassen wie Shetland Pony oder Islandpferd sind karge Gegenden gewöhnt und keine üppigen, saftig grüne Wiesen.

Diese sogenannten „Robustpferderassen“ benötigen von Natur aus weniger Energie, alles was über den Erhaltungsbedarf hinausgeht kann zu schlimmen Krankheiten (zB Hufrehe) führen. Die häufigste Ursache für eine Hufreheerkrankung ist eine Stoffwechselstörung.

Stärke (Kraftfutter) und Kohlenhydrate (zB Fructane) im Überfluss sind gefährlich für die Pferde.

Gefahr durch Fructane?

 

Fructane stecken vor allem in Gräsern und sind im Frühjahr und Herbst besonders hoch im Gras enthalten. Pflanzen speichern die Energie, die sie bei der Photosynthese gewinnen, in Form von Fruktanen. Das sind langkettige Zuckermoleküle, die den Dünndarm des Pferdes unverdaut passieren und dann im Dickdarm fermentiert werden. Durch diese Fermentation sinkt der pH-Wert im Darm drastisch ab. Dies führt zu einem Absterben der Darmbakterien. Hierbei werden Toxine (Gifte) gebildet, die über die Darmwand in die Blutbahn gelangen und die Gefäße schädigen.

Insbesondere in den Körperregionen, in denen sich die feinsten Blutgefäße befinden, ist der Schaden groß. Hierzu zählt auch die empfindliche Huflederhaut. Diese sensible Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel wird angegriffen und es kommt zur gefürchteten Hufrehe. Viele Jahre galten hohe Eiweißgehalte im Futter als Hauptauslöser für die Hufrehe. Heute weiß man, dass es insbesondere Fruktane sind, die diese schlimme Krankheit verursachen. Besonders groß ist die Hufrehe-Gefahr für Pferde während der Anweide-Phase, denn im Frühjahr ist das Gras sehr fruktanreich.

Richtiges Anweiden

 

Auf die Frage, wie lange man ein Pferd im Frühjahr anweiden muss gibt es die verschiedensten Antworten. Meine Antwort ist: 15 bis 20 Minuten anweiden genügen am ersten Tag, auch wenn die Pferde nicht begeistert sein werden nach so kurzer Zeit wieder zurück in den Stall zu müssen. Außerdem ist es sinnvoll, die ersten Weidebesuche auf den Nachmittag zu verlegen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Fruktangehalt in den Gräsern geringer als in den Morgenstunden. In den ersten beiden Wochen des Anweidens im Frühjahr, kann man die Weidezeit jeden Tag um 15 bis 20 Minuten verlängern.

Nach dieser Anpassung sind dann auch zusätzliche kurze Phasen am Vormittag möglich. Anschließend kann in den nächsten ein bis zwei Wochen die Weidezeit am Nachmittag täglich um eine halbe Stunde ausgedehnt werden. Der Organismus braucht etwa vier Wochen für die Umstellung, danach können die Pferde problemlos über mehrere Stunden auf die Koppel.

Fütterung beim Anweiden des Pferdes

 

Um Darmproblemen wie Durchfall oder Koliken während des Anweidens zu vermeiden ist es empfehlenswert, die Pferde vor dem Weidegang ausreichend Heu fressen zu lassen. Das stillt den ersten Hunger und vermeidet, dass die Tiere zu gierig fressen. Des Weiteren ist bei der Fütterung während des Anweidens unbedingt darauf zu achten, dass das Kraftfutter nicht unmittelbar vor dem Weideaustrieb gefüttert wird.

 

Nach dem Koppelgang sollte erst Heu und anschließend Kraftfutter angeboten werden. Das junge Gras ist sehr faserarm, Pferde nehmen gerne zwischendurch etwas strukturiertes Futter auf. Eine Raufe mit Heu oder Stroh auf der Weide ist deswegen durchaus eine sinnvolle Investition. Nicht zu vergessen ist Wasser auf der Koppel. Gerade bei sehr warmen Temperaturen im Frühjahr, wenn die Tiere über mehrere Stunden auf der Weide sind, muss man auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.

Um das Immunsystem, die Verdauung und die Atemwege in der Phase des Anweidens zu unterstützen, kann man zu diesem Zeitpunkt mit einer gezielten Kur mit Galapo Horse Gold weiterhelfen.

Galapo Horse Gold ist ein fermentiertes Pflanzen Tee-Konzentrat aus über 40 verschiedenen Kräutern, Obst und Gemüsen. In einem mehrstufigen Verfahren werden die wertvollen Ingredienzen schonend fermentiert und so ohne Zusatz von Konservierungsstoffen haltbar gemacht.

 

Wir verwenden gezielt Pflanzen, die in ihrem Urzustand reich an Antioxidantien und Bitterstoffen sind, wie Vitamin C, Betacarotin, Vitamin E, Flavonoide u.v.m. und legen Wert auf höchste Qualität. 

 

Zusammengefasst:

 

  • vor dem Weide-Gang dem Pferd genügend Heu zu fressen geben, denn wenn das Pferd bereits satt ist, stürzt es sich nicht so auf das frische Weidegras.
  • bitte vor dem Weide-Gang des Pferdes kein Kraftfutter füttern, denn ansonsten kann eine gefährliche Futtergärungen im Pferdekörper stattfinden und zu einer Kolik führen.
  • Ein Anzeichen für zu viel Eiweiß bei Pferden können angeschwollene Beine sein.
  • Gras weist im Frühjahr + Herbst einen deutlich höheren Nährstoffgehalt auf! Erhöhter Gehalt an Eiweiß und Kohlenhydraten (Fructane = Zucker). 
  • hoher Nährstoffgehalt stört das Gleichgewicht des Pferdedarms massiv.

  • Bei den kleinsten Anzeichen von Unwohlsein beim Pferd auf der Weide oder gar bei geschwollenen Beinen, nehmen Sie das Pferd bitte sofort wieder von der Weide.

  • mindestens 14 Tage Anweidezeit! Besser länger.

  • nicht gleich mehrere Stunden anfangs auf die Koppel
  • Kraftfuttermenge wieder reduzieren wenn die Pferde angeweidet sind und täglich zusätzlich frisches Gras zur Verfügung haben, erst im Hochsommer, wenn das Gras wieder weniger Nährstoffe hat, kann man überlegen wieder etwas mehr zu zufüttern.
  • Kräutermischungen und –säfte (Galapo Horse Gold& Galapo Horse Green) sind natürlich und helfen unterstützend.
  • Zwanzig Zentimeter hohes Gras ist der ideale Zeitpunkt um endlich die Pferde auf die Weide zu lassen. Das Gras ist schon etwas älter und somit eiweißärmer und rohfaserreicher.

 

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